Wie gefährlich sind Grasmilben? – Plagegeister und die Risiken für Kinder und Haustiere

Wie gefährlich sind Grasmilben? – Plagegeister und die Risiken für Kinder und Haustiere

Lästig, aber nicht lebensbedrohlich? Wenn man zum ersten Mal hört, dass winzige Milben im Gras einen beißen, schrillen bei vielen die Alarmglocken – gerade Eltern kleiner Kinder oder Besitzer von Haustieren machen sich Sorgen. Die gute Nachricht gleich vorweg: Grasmilben sind für Menschen weder giftig noch übertragen sie gefährliche Krankheiten. Im Gegensatz zu Zecken, die z.B. Borreliose oder FSME übertragen können, verursachen Grasmilben „nur“ juckende Hautreizungen. Das heißt, auch wenn die Stiche sehr unangenehm sind und Tage bis Wochen jucken können, besteht keine direkte Gesundheitsgefahr im Sinne einer Vergiftung oder Infektion mit Erregern. Studien und Experten betonen, dass in Deutschland keine Krankheitsübertragungen durch Grasmilben bekannt sind.

Risiken für Kinder: Für Kinder sind Grasmilbenstiche vor allem eins: lästig und quälend. Besonders empfindliche Kinder können auf die Bisse mit heftigen lokalen Reaktionen antworten – die Quaddeln können größer werden als bei Erwachsenen und sich zu richtigen „Stichplatten“ zusammenschließen. Das führt zu starkem Juckreiz, manchmal auch zu Schlafstörungen, weil es insbesondere abends und nachts juckt. Hier besteht die größte „Gefahr“ darin, dass Kinder die Stiche aufkratzen. Durch aufgekratzte Haut können Bakterien eindringen und es können sich Entzündungen oder Infektionen entwickeln. Eltern sollten also ein Auge darauf haben und gegebenenfalls mit den in Artikel "Grasmilbenbisse erkennen und behandeln" genannten Maßnahmen gegensteuern (Kühlen, Salben, ggf. Pflaster über die schlimmsten Stellen). Aber abgesehen davon gilt: Grasmilben sind kein Grund zur Panik. Kinder erholen sich von den Stichen vollständig. Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Gift der Milben (ihr Speichel) irgendwelche Langzeitschäden verursacht – es ist lediglich der Auslöser der lokalen Hautreaktion.

Behandlung von Kindern und Haustieren: Kinder leiden oft besonders unter dem Juckreiz. Hier ist sanfte Hilfe gefragt: Das Auftragen von abgekühltem Kamillentee auf die Stellen (das beruhigt die Haut) kann helfen. Wichtig ist, die Nägel der Kinder kurz zu halten, damit sie im Schlaf nicht aufkratzen. Bei Hunden oder Katzen bemerkt man einen Grasmilbenbefall oft daran, dass die Tiere sich an Pfoten und Bauch lecken oder beißen. Um den Vierbeinern zu helfen, kann man die betroffenen Hautpartien mit einem milden antiseptischen Shampoo waschen. Tierärzte empfehlen bei starkem Befall auch Anti-Juckreiz-Mittel für Tiere. Kratzen sich Hunde wund, drohen sonst bakterielle Entzündungen – in solchen Fällen also bitte zum Tierarzt gehen.

Wann zum Arzt? Normalerweise sind Grasmilbenbisse harmlos und heilen ohne spezielle Behandlung nach ein bis zwei Wochen ab. Sollten Sie jedoch Anzeichen einer Infektion bemerken – etwa wenn die Rötungen sich ausbreiten, Eiter auftritt oder Fieber hinzukommt – ist ein Arztbesuch ratsam. In seltenen Fällen reagieren Menschen auch allergisch stärker auf die Bisse; bei heftigem generalisiertem Ausschlag kann der Hautarzt geeignete Medikamente verschreiben. Gut zu wissen: Anders als z.B. Zecken übertragen Grasmilben nach aktuellem Wissensstand keine Krankheiten auf den Menschen. Es geht also „nur“ um den lokalen Juckreiz. Mit kühlem Kopf und den genannten Tipps lässt sich der jedoch in den Griff bekommen.

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