Was sind Grasmilben? – Ursachen der juckenden Stiche im Rasen

Was sind Grasmilben? – Ursachen der juckenden Stiche im Rasen

Juckende Stiche nach dem Rasenbesuch: Viele Gartenbesitzer kennen das Problem: Kaum hat man einen schönen Sommertag barfuß im Gras verbracht, tauchen am nächsten Tag rote, juckende Pusteln auf der Haut auf. Schnell schiebt man es auf Mücken oder Zecken – doch oft steckt ein anderer Übeltäter dahinter: die Grasmilbe. Genauer gesagt ist es die Larve der Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis), die diese extrem juckenden Hautreaktionen verursacht. Grasmilben sind mikroskopisch kleine Spinnentiere, verwandt mit Zecken, aber eben doch eine ganz eigene Kategorie von Parasiten. Ihre Larven sind winzig – nur etwa 0,2 bis 0,3 mm groß – und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Trotz ihrer Größe können sie uns die Gartenfreude gründlich verderben.

Lebenszyklus und Verhalten: Die erwachsenen Grasmilben selbst sind interessanterweise harmlos. Sie leben im Boden und ernähren sich dort von kleinen Bodentieren oder pflanzlichem Material und stören weder Mensch noch Tier. Gefährlich (oder besser: lästig) ist nur das Larvenstadium. Im Spätsommer – typischerweise ab Juli bis in den Herbst hinein – schlüpfen massenhaft winzige rot- orange Larven aus Eiern, die im Erdboden lagen. Diese Larven klettern auf Grashalme oder niedrige Pflanzen (in der Regel nur wenige Zentimeter hoch) und warten dort auf vorbeikommende Wirte. Wirte können alle warmblütigen Tiere sein – vom Menschen über Hunde und Katzen bis hin zu Vögeln und vor allem Kleinnagern wie Mäusen. Bemerkt eine Larve durch Erschütterung oder ausgeatmetes Kohlendioxid, dass ein potenzieller Wirt in der Nähe ist, lässt sie sich fallen oder streift sich ab und gelangt so auf die Haut ihres Opfers.

Warum jucken die Bisse so stark? Sobald die Grasmilben-Larve auf einem geeigneten Hautareal angekommen ist, macht sie sich ans „Werk“: Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen ritzt sie die oberste Hautschicht leicht an und gibt Speichel in die kleine Wunde ab. Dieser Speichel enthält Enzyme, die Hautzellen auflösen. Anders als Mücken oder Zecken saugt die Grasmilbe also kein Blut, sondern ernährt sich von aufgelösten Hautzellen und Lymphflüssigkeit. Der Körper reagiert auf diese Mini-Attacke mit einer lokalen Entzündungsreaktion – es entstehen die typischen roten Quaddeln oder Papeln, die heftig jucken. Das Fatale: Meist spürt man von alledem zunächst nichts. Die Larve kann mehrere Stunden an der Haut bleiben und sich vollfressen, fällt dann von selbst ab und ist im Erdreich verschwunden. Erst nach 4 bis 24 Stunden setzt der Juckreiz ein. Dann sind die Milben längst weg – zurück bleiben nur die juckenden „Andenken“, die sogenannten Trombidiose-Stiche.

Häufigkeit und Saison: Grasmilben sind in Deutschland weit verbreitet – besonders in wärmeren Regionen und bei trocken-heißem Wetter sind sie aktiv. Ihren Spitznamen Herbstmilbe tragen sie, weil früher vor allem im Spätsommer viele Fälle auftraten. Inzwischen kann man aber durchaus schon im Hochsommer oder sogar Spätfrühling damit rechnen. Die Hauptsaison reicht etwa von Juli bis Oktober. Zum Glück verschwinden die Plagegeister mit den ersten kalten Nächten wieder, denn die Larven sind empfindlich und überleben außerhalb eines Wirts nur in warm-feuchter Umgebung. Sie treten zudem oft nestartig in Herden auf, das heißt, in einem Teil des Rasens können viele Larven sitzen, während ein paar Meter weiter kaum welche sind. Das erklärt, warum manchmal nur bestimmte Stellen im Garten „gefährlich“ sind.

Fazit: Die winzigen Grasmilbenlarven sind also die verborgene Ursache für jene quälenden Stiche, die viele zunächst ratlos machen. Wer das nächste Mal mit unerklärlichem Juckreiz aus dem Garten kommt, weiß nun: Es könnte die Grasmilbe gewesen sein. Aber keine Sorge – in den folgenden Beiträgen zeigen wir, wie man die Plage erkennen, mildern und letztlich dauerhaft loswerden kann.

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