Grasmilbenbisse erkennen und behandeln – So lindern Sie den Juckreiz
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Anzeichen: Ist es ein Grasmilbenbiss?
Ein Tag im Grünen und plötzlich juckt es überall – doch woher wissen Sie, ob es Grasmilben und nicht etwa Mücken waren? Typisch für Grasmilbenbisse (genauer: Larvenstiche) ist, dass man zunächst gar nichts bemerkt. Die roten, juckenden Stellen zeigen sich oft erst stundenverzögert – meistens am nächsten Tag. Häufig treten die Bisse gruppiert auf, vor allem an Stellen, wo die Haut dünn und warm ist oder Kleidung eng anliegt: an Fußknöcheln, in den Kniekehlen, am Hosenbund, unter Socken oder auch in Achselhöhlen. Bei Kindern, die im Gras gespielt haben, sieht man die Pusteln besonders häufig am Bauch oder an den Beinen – manchmal Dutzende auf einmal.
Ein wichtiges Indiz: Zecken beißen sich fest und sind meist noch sichtbar. Mückenstiche schwellen oft isoliert an und klingen nach ein paar Tagen ab. Grasmilbenbisse hingegen sind oft kleiner als eine 1-Cent-Münze, jucken aber deutlich stärker und länger als Mückenstiche – häufig bis zu zwei Wochen. Außerdem fehlt oft der typische Einstichpunkt in der Mitte, den man von Mücken kennt.
Erste Hilfe bei akutem Juckreiz: Das Wichtigste zuerst
Das Allerwichtigste bei Grasmilbenstichen: Nicht kratzen. So verlockend es ist – wer kratzt, verstärkt die Reizung, verteilt Entzündungsstoffe weiter in der Haut und riskiert, dass sich kleine Wunden öffnen und infizieren. Gerade bei Kindern lohnt es sich, hier besonders konsequent zu sein.
Zur Linderung des Juckreizes haben sich folgende Maßnahmen bewährt:
- Kühlen: Kühle Umschläge oder ein kühlendes Gel aus der Apotheke verschaffen oft schnell Erleichterung.
- Juckreizstillende Salben: Antihistaminhaltige Salben oder leichte Hydrocortison-Cremes können die Immunreaktion dämpfen (bei Kindern bitte besonders umsichtig einsetzen).
- Desinfizieren (klassischer Tipp): Das Betupfen der Stiche mit hochprozentigem Alkohol (z. B. 70 % Desinfektionsalkohol oder Franzbranntwein) kann desinfizieren und ggf. noch vorhandene Larven auf der Haut abtöten.
- Bei empfindlicher Haut: Juckreizstillende Lotionen mit kühlendem Effekt (z. B. Menthol) können helfen.
Behandlung bei Kindern und Haustieren
Kinder leiden oft besonders unter dem Juckreiz – hier ist sanfte Hilfe gefragt. Ein lauwarmes Hafermehlbad kann lindernd wirken. Auch das Auftragen von abgekühltem Kamillentee auf die Stellen beruhigt die Haut. Halten Sie die Nägel möglichst kurz, damit im Schlaf weniger aufgekratzt wird.
Bei Hunden oder Katzen fällt ein Grasmilbenbefall häufig dadurch auf, dass sie sich an Pfoten und Bauch lecken oder beißen. Schauen Sie bei Verdacht zwischen die Zehen und in die Ohren: Mitunter erkennt man die winzigen Milbenlarven als orangene Pünktchen auf der Haut. Um den Vierbeinern zu helfen, kann man betroffene Hautpartien mit einem milden antiseptischen Shampoo waschen. Bei starkem Befall werden teils Anti-Juckreiz-Mittel für Tiere empfohlen. Kratzen oder wundes Belecken kann sonst bakterielle Entzündungen begünstigen – in solchen Fällen bitte zum Tierarzt.
Wann zum Arzt?
Normalerweise sind Grasmilbenstiche harmlos und heilen ohne spezielle Behandlung nach ein bis zwei Wochen ab. Wenn Sie jedoch Anzeichen einer Infektion bemerken – etwa wenn sich Rötungen ausbreiten, Eiter auftritt oder Fieber hinzukommt – ist ein Arztbesuch sinnvoll. In seltenen Fällen reagieren Menschen stärker (z. B. sehr großflächiger Ausschlag); dann kann ein Hautarzt geeignete Medikamente empfehlen.
Gut zu wissen: Anders als Zecken übertragen Grasmilben nach aktuellem Wissensstand keine Krankheiten auf den Menschen. Es geht also „nur“ um den lokalen Juckreiz – der allerdings sehr hartnäckig sein kann. Mit kühlem Kopf und den oben genannten Maßnahmen bekommen Sie ihn in der Regel gut in den Griff.