Grasmilben-Saison – Wann sie auftreten und wie man rechtzeitig vorbeugt
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Von Frühling bis Herbst: So verläuft die Grasmilben-Saison wirklich
Grasmilben nennt man zwar oft „Herbstmilben“, aber die Saison ist in der Praxis ein Sommer-Thema mit Ausläufern bis in den Herbst. Los geht es üblicherweise ab Mai/Juni, je nach Region und Witterung auch später – und in sehr milden Lagen vereinzelt sogar schon ab März/April. Entscheidend ist nicht ein fixes Datum, sondern der Moment, in dem Bodenwärme und ausreichende Feuchtigkeit zusammenkommen: Dann schlüpfen die Larven schubweise und werden aktiv.
Die Hochsaison liegt meist im Spätsommer: August und September sind typischerweise die Monate mit den meisten neuen Stichen. Das fühlt sich dann „plötzlich“ an – ist aber oft nur die Phase, in der mehrere Faktoren gleichzeitig passen (Wärme, hohe Aktivität im Garten, kurze Kleidung, mehr Bodenkontakt). Bis zum ersten Frost können Larven aktiv sein; oft flacht das Risiko ab Oktober deutlich ab, je nachdem, wie schnell es wirklich kalt wird.
Wichtig zu verstehen: Die Saison ist nicht linear, sondern kommt in Wellen. Sie können zwei Wochen Ruhe haben – und dann, nach einem Wetterumschwung, wieder neue Aktivität. Genau deshalb hilft es, die Monate nicht als „an/aus“ zu sehen, sondern als Zeitfenster, in dem Sie mit einem Plan arbeiten.
Frühzeitig vorbeugen: Warum „vor der Hochsaison“ den Unterschied macht
Wenn Ihr Garten in den Vorjahren betroffen war, ist die beste Strategie, die Wellen klein zu halten, bevor sie groß werden. Prävention bedeutet deshalb: vor Ihrem individuellen Saisonstart aktiv werden – also meist im späten Frühjahr, bevor die ersten starken Larvenwellen auftreten.
Der praktische Vorteil: Wer rechtzeitig startet, muss im Hochsommer weniger „hinterherlaufen“. Ziel ist nicht, jeden einzelnen Larvenkontakt zu verhindern (das ist insbesondere im ersten Behandlungsjahr unrealistisch), sondern den Befallsdruck so zu senken, dass der Garten wieder normal nutzbar bleibt.
Hochsommer: So kommen Sie sicher durch die stärkste Phase
Im Juli lohnt es sich, besonders aufmerksam zu sein, weil hier oft die ersten klaren Anzeichen der Hochsaison auftreten. Ab August steigt das Risiko in vielen Regionen deutlich. In dieser Zeit sind drei Dinge sinnvoll, ohne gleich in Aktionismus zu verfallen:
- Hotspots ernst nehmen – aber nicht überbewerten: Grasmilben sitzen häufig nicht dort, wo man sie erwartet. Wenn es „immer dieselbe Ecke“ ist, ist das ein guter Hinweis – aber nicht die ganze Wahrheit.
- Exposition reduzieren, ohne den Sommer zu ruinieren: Wer empfindlich reagiert, sollte in der Hochphase nicht lange im hohen Gras sitzen – vor allem nicht mit freier Haut.
- Haustiere mitdenken: Hunde sammeln Larven besonders leicht an Pfoten und Bauch. In der Hochsaison hilft es, den Körper nach Gartenzeit kurz zu checken und bei Bedarf tierärztlich abgestimmte Präparate zu nutzen.
Ende der Saison: Abklingen, Auslaufen, Vorbereitung
Ab Oktober nimmt das Risiko in der Regel ab. Nach dem ersten Frost sind normalerweise keine neuen Stiche mehr zu erwarten, weil die Larvenaktivität stark einbricht. Was bleibt, sind oft noch die Nachwirkungen: Stiche können einige Zeit jucken, obwohl die Saison praktisch vorbei ist – das sorgt regelmäßig für Verwirrung („Es muss doch noch was da sein“).
Für die Planung heißt das: Nach der Saison ist vor der Saison. Der Winter ist kein Aktionsfenster im Rasen, aber ein gutes Planungsfenster: Was hat dieses Jahr getriggert (Wetter, Bereiche, Nutzung), und wie starten Sie im nächsten Frühjahr rechtzeitig, bevor die Hochphase wieder da ist? Wer das einmal sauber aufsetzt, spart sich im Sommer sehr viel Nerven.
Von Frühling bis Herbst: Grasmilben kennt man als „Herbstmilben“, aber ihr Auftreten beschränkt sich nicht nur auf den Herbst. Tatsächlich beginnt die Grasmilben-Saison üblicherweise im Frühjahr/Sommer: in vielen Regionen Deutschlands circa ab Juni, manchmal schon im Mai uns selten noch früher. Dann erreichen Bodentemperaturen und Luftfeuchtigkeit ein Level, das die Larven aus den Eiern lockt. Die höchsten Befallszahlen und somit die meisten Bisse treten erfahrungsgemäß im Spätsommer auf – August und September gelten als „Hochzeit“ der Grasmilben. Bis zum ersten Frost im Herbst (Oktober) können sie aktiv bleiben. Warum ist das so? Zum einen überwintern Grasmilben als Eier oder im Ruhezustand im Boden und werden erst bei ausreichend Wärme aktiv. Zum anderen sind Menschen im Frühling seltener ungeschützt (kurze Hosen, Barfuß) im Garten unterwegs, wodurch weniger Bisse bemerkt werden. Aber: Neuere Beobachtungen zeigen, dass in sehr milden Gebieten (z.B. Rheinland) auch schon ab März/April Larven gefunden wurden – vermutlich bedingt durch die milden Winter in dieser Region.
Frühzeitig vorbeugen – warum schon im Frühjahr handeln? Die beste Strategie gegen Grasmilben ist, gar nicht erst eine große Plage entstehen zu lassen. Wer aus den Vorjahren weiß, dass sein Garten betroffen ist, sollte präventiv tätig werden. Das bedeutet: schon im späten Frühling Maßnahmen ergreifen, bevor die erste Larvengeneration an die Oberfläche kommt. Hier bietet sich insbesondere die Ausbringung von Raubmilben (Trombiculaphagus) an. Setzt man diese rechtzeitig vor dem individuellen Saisonstart aus, können sie die ersten geschlüpften Larven gleich wegfressen – oft merkt man dann im Sommer kaum noch etwas, weil die Population gar nicht groß wird.
Prävention kann auch heißen: Den Rasen pflegen (nicht zu hoch wachsen lassen, eventuell im Frühjahr vertikutieren, um
Moospolster zu entfernen, in denen sich Feuchtigkeit hält ). Ein kurz gehaltener, gut belüfteter Rasen
erwärmt sich schneller und trocknet nach Regen schneller ab, was das Mikroklima für die Milbenlarven
etwas unwirtlicher macht. Zwar schützen solche Pflegemaßnahmen nicht völlig (die Larven kommen
auch in kurzen Rasen, solange genug Wirte da sind ), aber sie können zumindest die „Wohnqualität“
für die Milben verschlechtern. Auch das Kalken/Düngen des Rasens im zeitigen Frühjahr mit speziellem
Kalkstickstoff wird manchmal empfohlen – es soll den Boden für Larven unattraktiver machen. Hier
scheiden sich die Geister: Manche berichten Erfolg, andere nicht. Es kann geringfügig helfen, aber
ersetzt keine gezielte Bekämpfung.
Achtung Sommer - die Hochsaison meistern: Trotz aller Vorsorge heißt es im Hochsommer:
aufmerksam bleiben. Juli ist ein guter Zeitpunkt, um den Garten noch einmal mit dem Fliesen-Test zu checken – so erwischt man eventuell erste Nester. Wenn’s ab August richtig heiß wird, gilt für empfindliche Personen: Lieber nicht in kurzen Hosen im hohen Gras sitzen. Wenn Sie wissen, die
Nachbarswiese ist verseucht, meiden Sie diese in der warmen Jahreszeit. Kinder spielen natürlich
trotzdem gern draußen – hier kann man mit leichten langen Hosen, in die die Socken gesteckt werden,
und Schuhen vorbeugen, dass sie von Larven überrannt werden . Auch ein auf Kleidung
gesprühtes Insektenrepellent (z.B. ein Mittel mit Icaridin oder ätherischen Ölen) kann die Zahl der
anhaftenden Larven reduzieren . Für Hunde gibt es spezielle Spot-On-Präparate oder Sprays gegen
Milben, die beim Gassigehen in der Hochsaison sinnvoll sein können – das bespricht man am besten
mit dem Tierarzt.
Ende der Saison: Ab Oktober nimmt die Gefahr meist ab. Nach dem ersten Frost sind normalerweise
keine neuen Stiche mehr zu erwarten, da die Kälte die restlichen Larven abtötet oder in ihre
Ruhephasen zwingt. Allerdings jucken die alten Stiche oft noch in den Oktober hinein. Viele Betroffene
merken erst mit dem Abklingen „Ach, jetzt ist es vorbei für dieses Jahr“. Für uns heißt das: Nach der
Saison ist vor der Saison. Nutzen Sie den Winter, um für das nächste Frühjahr eine Strategie
zurechtzulegen (z.B. Anschaffung von Raubmilben planen). Im Winter selbst müssen Sie nichts
unternehmen, da ruht die Natur. Aber mit dem ersten Grün im Frühling – erinnern Sie sich an diesen
Artikel und legen Sie rechtzeitig los, dann bleibt Ihnen eine neue Plage vielleicht ganz erspart.